Mythos oder Wahrheit? Vitamine in der Mikrowelle

Severin MikrowellenWenn es um das Thema Zubereitung in der Mikrowelle geht, dann scheiden sich die Geister. Werden die Vitamine nun zerstört oder gilt dies nur für einige Lebensmittel? Handelt es sich um einen längst überholten Mythos oder ist doch etwas an der Sache dran? Wir erzählen Ihnen, was mit den Vitaminen in der Mikrowelle wirklich passiert.

Mikrowellen und das Thema Strahlung

Mythos oder Wahrheit? Vitamine in der MikrowelleWenn es um negative Berichterstattung zum Thema Mikrowellen geht, dann handelt es sich meistens um „Warnungen“ vor Strahlung, Essen ohne Nährstoffen und eine Gefahr für die eigene Gesundheit. Doch ist daran überhaupt etwas dran oder sind diese Behauptungen vollkommen überzogen?

Fakt ist, dass eine Mikrowelle Strahlen absondern. Strahlen, die allerdings auch von allerlei technischen Geräten – unter anderem auch unserem allseits beliebten und verwendeten Smartphone – ausgestrahlt werden. Sich darum zu sorgen, dass die eigene Gesundheit in Gefahr ist, braucht man sich daher eigentlich nicht.

Durch das Gehäuse aus Metall dringt aus einer Mikrowelle kaum Strahlung nach außen, daher ist es beispielsweise auch nicht schlimm, mal eine Nase an die Scheibe zu drücken, um zu schauen, wie weit das Essen ist.

Nährstoffe und Vitamine

Was die Nährstoffe und Vitamine angeht, so gibt es verschiedene Meinungen dazu. Innerhalb von Mikrowellen wirken hochfrequente Wellen, die wiederum Wassermoleküle zum Schwingen bringen. Grundsätzlich werden Vitamine nicht direkt dadurch beeinflusst. Es kann allerdings einen Unterschied im Bereich der Nährstoffe machen, ob Lebensmittel nun

  • im Topf
  • in der Mikrowelle oder eben
  • im Ofen

erhitzt wurden.

Pauschal gibt es keine Aussage, welche Lebensmittel wo am besten erhitzt werden sollten, da jedes Gerät bzw. jede Anwendung Vor- und Nachteile hat. Jedes Vitamin für sich hat ganz eigene „Bedürfnisse“, daher ist es teilweise kein Problem, Lebensmittel in Mikrowellen zu erhitzen. Wieder andere Lebensmittel und damit auch Nährstoffe vertragen die feucht-warme Hitze innerhalb eines Mikrowellen-Modells allerdings etwas schlechter, daher kann man diesbezüglich durchaus differenzieren und sollte keinesfalls der Ansicht sein, Mikrowellen seien generell schlecht für Vitamine und Nährstoffe.

Schonend und kurz erhitzen

Viele Vitamine haben häufig ein Problem damit, wenn die Lebensmittel lange Zeit und zu heiß erhitzt werden. Das gleiche Problem könnten Sie allerdings auch im Topf mit Deckel haben, denn hier entstehen ähnliche Bedingungen für Nährstoffe. Besser ist daher ein schonendes Garen, was bedeutet, dass die Speisen nur kurz  erhitzt werden sollten.

Sehr praktisch: Das Erhitzen in der Mikrowelle geht in den meisten Fällen schneller als im Topf, da im Topf die Lebensmittel von außen nach innen und in der Mikrowelle von innen nach außen erhitzt werden.

Tipp! In der Mikrowelle ist es daher leicht möglich, kleine Portionen schonend und auch im Hinblick auf den Erhalt von Vitaminen und Nährstoffen zu erwärmen.

Diese Vitamine vertragen Hitze nicht so gut

Vitamin C, eines der wichtigsten Vitamine unserer Lebensmittel, vertragen Hitze nicht sonderlich gut. Auch Vitamin B1, B2, B6, Pantothensäure, Biotin und Folsäure sind nicht sehr gut für Hitze geeignet. Kein Problem hat dagegen das Vitamin B12 mit den Temperaturen einer Mikrowelle.

Tipp! Auch Vitamin K kann problemlos in Mikrowellen erhitzt werden, wohingegen Lebensmittel mit Vitamin A, D und E eher schonend zubereitet werden sollten.

hitzeverträgliche Vitamine hitzeunverträgliche Vitamine
  • Vitamin B12
  • Vitamin K
  • Vitamin A
  • Vitamin D
  • Vitamin E
  • Vitamin C
  • Vitamin B1, B2, B6
  • Pantothensäure
  • Biotin
  • Folsäure

Vor- und Nachteile des Erhitzens von Vitaminen

  • ähnliche Bedingungen wie beim Erhitzen im Topf
  • abhängig vom jeweiligen Nahrungsmittel
  • wichtige Nährstoffe können verloren gehen

Vor- und Nachteile der Zubereitung

Wer nun denkt, dass kaum Vitamine bei der Zubereitung in der Mikrowelle bleiben, der irrt sich. Oftmals kommt es einzig und allein auf das Nahrungsmittel selbst an, denn selbst Vitamine sind nicht alles.

Ein Beispiel: Paprika enthält viel Vitamin C, was selbstverständlich sehr gut ist, beim Kochen allerdings so gut wie verloren geht. Vitamin A allerdings ist allerdings sehr gut  für den Aufbau unserer Haut geeignet und entfaltet – wie viele andere Nährstoffe auch – seine Wirkung erst durch das Kochen, da es in der festen Struktur der Schoten verankert ist.

Auch bei Tomaten nimmt man im frischen Zustand sehr viel Vitamin C zu sich, was jedoch verloren geht, wenn man Tomaten kocht. Durch das Zerfallen der Zellstrukturen wird allerdings der rote Farbstoff Lycopin freigesetzt, der vielen Meinungen zufolge das Risiko verschiedener Krebsarten senken soll.

Aus diesem Grund sollte die Ernährung generell sehr abwechslungsreich gestaltet sein, so dass sowohl frisches Gemüse für Vitamin C und andere Vitamine zu sich genommen wird, aber durch die Zubereitung verschiedener Speisen auch weitere Nährstoffe im Speiseplan auftauchen. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Eine pauschale Aussage wie „Mikrowellen zerstören Vitamine und Nährstoffe“ können wir allerdings auf jeden Fall bestreiten.

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